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Schmerzen, Wirbelsäule und Physiotherapie

Ich bekam vom Zahnarzt ja nicht nur Tabletten, sondern auch Physiotherapie verschrieben. Und wie in meinem letzten Blog beschreiben, erhielt ich das Rezept mit den Worten: „Wenn Sie ein Rezept brauchen, dann melden Sie sich.“

Doch nach einem halben Jahr wurde der Zahnarzt richtig sauer: „Warum ich mir denn immer Rezepte holen würde?“

Zweimal die Woche Physiotherapie brachten keinen Erfolg, aber es beruhigte mich etwas. Besser als überhaupt nichts tun und mit Tabletten versuchen, etwas zu retten.

Ich wechselte auch mal den Physiotherapeuten: Die junge Dame war super. Ich kam morgens ganz verknautscht in der Praxis an und sie war jedes Mal zu spät. Dafür, dass muss man ihr lassen, war sie immer schön geschminkt und hatte sich die Haare gemacht. Ich schminkte mich dann immer dort im Klo und machte hinterher meine Haare. Es hätte ja mal sein können, dass sie pünktlich ist. Als ich sie mal auf ihre Pünktlichkeit ansprach, sah sie das Problem gar nicht ein: „Ich mache doch immer die genau verschriebene Zeit.“

Bei einem zufälligen Besuch bei einer Bekannten, schaute die mich komisch an. „Könnte es sein, dass du Schmerzen hast?“ Ich wollte jetzt keinen abendfüllenden Monolog über meine Schmerzen halten. „Darf ich mir das mal angucken?“ Jetzt schaute ich komisch. „Ich bin doch Physiotherapeutin und mach gerade eine Weiterbildung im Richtung Osteopathie.“ Super, jetzt geht es doch um Krankheiten und es ist ja nicht so, als wenn ich mich nicht schon bei anderen ausgezogen hätte.

Aber dies Mal hat sich das entledigen der Kleidung wirklich gelohnt: Ich bekam den Hinweise auf einen Beckenschiefstand, die Beine sind unterschiedlich lang und ab wann man nicht mehr von einer Wirbelsäule redet, das habe ich lieber nicht gefragt.  [Ein Physiotherapeut/in darf keine Diagnosestellen, aber mit dem Zaunpfahl winken.]

Ihre Empfehlung: Da kann ich noch lange ohne Erfolg zur Physiotherapie gehen, besser könnte eine osteopathische Behandlung sein.  Das wollte ich jetzt genau wissen, also noch einmal zu meinem Orthopäden mit der Diagnose Sehnenscheiden Entzündung. Wieder 3 Monate auf einen Termin gewartet. Nun war er auch bereit sich meinen kompletten Körper anzugucken: „Beim letzten Mal hatten Sie das aber noch nicht.“

Heilerde und Schmerzen

Heilerde für die innere und äußere Anwendung. Das klingt doch schon mal nicht so schlecht, dachte ich mir. „Zwei Fliegen mit einer Klappe.“ Ich fühlte mich als tapferes Schneiderlein.

Und schon begann mein kleines Abenteuer mit der Heilerde. Zuerst beschäftigte ich mich mit der Inneren Anwendung und danach die äußere Anwendung. Ehrlich gesagt, tat ich beides zur gleichen Zeit, aber hier beim Schreiben trenne ich es lieber und berichte getrennt.

 

Zur Inneren Anwendung: 

Kurzbeschreibung: Heilerde ist ein feines Pulver und nicht wie ich dachte: grobe Klumpen vom Acker.  Das milde Pulver ist zum Einnehmen für Sodbrennen, säurebedingter Magenbeschwerden und Durchfall. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Entgiftung durch Bindung von Schadstoffe und Umweltgiften aus der Nahrung. Hilft bei Histamin-Intoleranz.

Meine Erfahrung: Ich löse über 2 Wochen jeweils 2 Teelöffel in Wasser auf und trinke es. Die Heilerde schmeckt, wie der Name schon verrät recht erdig und ist auch etwas sandig, somit knirschig zwischen den Zähnen. Mit einem zweiten Glas Wasser lässt sich der Rest auch von den Zähnen und dem Mundraum in den Magen befördern. Heilerde wirkt etwas verstopfend, dementsprechend ist es wichtig genug Tee oder Wasser zu trinken.

Fazit: Ich merke, dass die Heilerde meinem Magen und Darm doch guttut. Ich würde auch noch mal eine Zeitlang Heilerde nehmen. Der erdige Geschmack ist auf Dauer jedoch nichts für mich. Ich habe Sand lieber unter meinen Füßen am Strand.

 

Äußeren Anwendung:

Kurzbeschreibung: Die äußere Anwendung von Heilerde dient in der Regel zur unterstützenden Behandlung von Akne, Haut-, Muskel- und Gelenkbeschwerden, sowie Entzündungen.

Meine Erfahrung: Ich mische die Heilerde mit etwas Wasser oder auch Kamillentee. Die ersten Male waren mir meine Mischung zu flüssig geraten, sie ließ sich nicht gut verteilen. Folglich verlief und tropfe die Pampe meinen Badezimmerboden voll. Die nächsten Male habe ich eher eine breiige Masse erstellt, welche sich deutlich besser verteilen ließ. Allerdings bröselt diese, wenn sie getrocknet ist vom Körper und landet auch wieder auf dem Badezimmerboden. Daher trage ich die Masse vor meiner entspannenden Badewanne auf. Dort kann ich die trocken gewordene Heilerde auch noch als Peeling benutzen. Dies geht allerdings nur im Gesicht, Hals, Nacken und Dekolleté, weil der Rest ja im Wasser ist.

Fazit: Ich merke wie meine Haut weicher wurde und sich besser anfühlte. Eine sichtbare Veränderung merke ich nicht. Bei den Schmerzen merke ich gar keine Veränderung und für jede Anwendung musste ich das komplette Badezimmer reinigen. Es sah aus, als hätte sich ein Gartenzwerg dort das Leben genommen und ich als kleiner Hausgeist durfte das Bade reinigen. Eventuell tat mir auch das Putzen als sportliche Aktivität gut. Statt die Heilerde direkt auf die Haut aufzutragen wäre noch eine Anwendung durch Wickel eine Möglichkeit gewesen. Allerdings wäre da auch der Reinigungsaufwand noch größer.

Heilerde wird auch häufig bei Tieren angewendet. Jetzt brauch ich ein Haustier, damit ich die Heilerde mit jemanden teilen kann.

 

Wichtig: Mit zwei Stunden Abstand zu den Tabletten anwenden, da Wechselwirkungen auftreten können.

Schmerzen und Medikamente ohne Zuzahlung

Ich bekam vom Zahnarzt Physiotherapie und Tabletten verschrieben. Der Arzt sagte, wenn ich ein neues Rezept bräuchte, dann solle ich mich wieder melden. Die Tabletten fielen jetzt nicht mehr in den Wirkstoffbereich wie Ibuprofen oder Paracetamol.  Aber sie brachten endlich Schmerzlinderung und mir ging es besser. Ich konnte endlich mal wieder richtig durchschlafen.

Ich werde jedoch niemals den Moment vergessen, als ich das erste Rezept gelöst hatte. Eine sehr nette Pharmazeutische Technische Assistentin hat mir noch mal die Einnahme und die Nebenwirkungen erklärt. Als ich dann zahlen wollte, schaute sie mich mit großen Augen an: „Diese Arte von Medikamente sind zuzahlungsbefreit. Alles Gute!“ Da war ich angekommen: In der Liga der Zuzahlungsbefreiung. Ich fing dabei an, mir Gedanken zu machen und dosierte niedrig. Lange musste ich jedoch nicht grübeln. Ich ging wieder zur Apotheke, wieder mein Rezept in der Hand.

Die nette Dame guckte meinen Zettel an: „Ich kann ihnen leider das Medikament nicht geben.“ 

Ich verstand ihre Aussage nicht: „Wie lange dauert die Lieferung?“

„Ich kann Ihnen das Medikament nicht geben. Es ist vom Markt genommen worden.“

„Warum? Wissen Sie den Grund?“

 „Das Medikament steht im Zusammenhang mit einigen Todesfällen. Darum ist es in Deutschland nicht mehr erhältlich.“

Und so ging ich ohne Tabletten und mit Schmerzen.

Schüsslersalze und Schmerzen

Wenn einem alles weh tut und man merkt, dass es nicht die Lösung ist seinen Körper von außen mit Wärme und Salbe zupflegen, dann muss was Anderes her.

Aber was für Möglichkeiten gibt es? Mir viel in einem Gespräch mit einer Bekannten ein: Schüsslersalze! Das ist ein alternativmedizinisches Präparat von Mineralsalzen in homöopathischer Dosierung. Vielleicht sind in meinem Körper ja gestörte biochemische Prozesse? Daher schleppte mich die Bekannte mit zu ihrer Heilpraktikerin. Dort hieß es dann erst mal die Antlitzanalyse zu durchlaufen. Schon komisch, wenn man so genau betrachtet wird. Hätte nicht gedacht, dass mein Gesicht so faszinieren kann. Mein Gesicht verrät also doch mehr und ist keine dekorative Maske.

Aus der Praxis raus ging ich mit einer Liste. Ok, das kenn ich schon von meiner Lebensmittelliste, aber mit andere Worten: Calcium, Kalium, lassen Magnesium, Natrium, Silicea und noch viele mehr. Ich bestellte mit der Bekannten zusammen. Nach ein paar Tagen kam die Lieferung und schon startet das Projekt „Gestörte biochemische Prozesse“. Es begann auch sofort mit dem ersten Problem: Wo stelle ich bitte Acht von diesen Familienpackungen hin? Endlich einen Platz gefunden! Schließlich muss ich da ja auch jeden Tag dran. Und so stellte ich mir meine erste Tagesportion zusammen. Eine ganze Hand voller weißer kleiner Tabletten. Ich packte sie in eine kleine Dose und trug sie immer mit mir rum. Alle meine Bekannten wussten schon was kommt, wenn ich wieder in die Tasche griff. Am Anfang schaffte ich meine Tagesration, aber nach und nach viel es mir schwerer die Tabletten zu lutschen.

Nach drei Wochen merkte ich keine Verbesserung und auch keine Verschlechterung. Aber eines wusste ich: Ich mag den Milchzucker-Geschmack nicht mehr jeden Tag haben und auch die Anzahl der Tabletten waren mir zu viel. Meine Bekannte gab mir den Tipp: Lös die Tabletten in Wasser auf und sieb sie dann durch einen Kaffeefilter: Dann kannst du Schlückchen für Schlückchen trinken.

Es war jeden Morgen eine Pempelei. Nach 3 Wochen hatte ich keine Motivation mehr. Ich merkte immer noch nichts. Meine Bekannte war hellauf begeistert und sie bekam meine angebrochenen Familienpackungen. Für mich waren die Schüsslersalze jedoch kein Erfolg. Ich hab wohl doch keine gestörten biochemischen Prozesse. Aber immerhin habe ich es probiert und jetzt endlich wieder mehr Platz in der Küche.

Mund geht nicht mehr zu – Schmerzen im Gesicht

Eines Tages passierte es wieder. Ich wachte auf und mein einziger Gedanke war. „Nein, bitte nicht schon wieder.“ Mein Kiefer war sozusagen ausgerenkt. Bereits zum 3. Mal, jedoch innerhalb von 5 Jahren. Keine schlechte Bilanz. Der Kiefergelenkskopf rutschte vom Höcker und wollte nicht mehr zurück. Der Mund ging auch nicht mehr zu. „Ok, erst mal durchatmen, dann ein Kaffee und dann durchatmen. Ich schaffte es schon zwei Mal, da bekomme ich das ja wohl auch ein drittes Mal hin.“ Ich liege nun auf dem Sofa und versuche den Kiefergelenkskopf in die Kiefergelenkspfanne zu bewegen. Der 1. Versuch scheitert. Mir fällt wieder ein was Schmerz sind. Mental ist es auch extrem anstrengend. Ich brauche noch einen Kaffee. Beim 2. Mal klappt es super. Gott sei Dank, der Mund schließt wieder. Mir ist aber etwas unwohl dabei. Ich schaue im Internet nach einem Zahnarzt mit Spezialisierung auf Kieferfunktionen.

Und ab ging es zum Zahnarzt.

Die mahnenden Worte und großen Augen kenne ich schon: „Wie konnten Sie das nur selbst machen!“ Als ich erkläre, dass ich es schon zum 3. Mal geschafft hab, werden seine Augen noch größer. Ich hätte mir diese Mal und auch die letzten Male gerne helfen lassen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht schon gehört hätte, dass man sowas nicht selbst macht. Aber jeder sagt nur „Nein, nicht gut.“, aber niemand sagt wo ich hätte hingehen sollen. Jetzt weiß ich es: Da geht man in die Notaufnahme und der Kiefer wird auch meist unter Narkose in die Richtige Position zurückgebracht, da es häufig schmerzhaft ist. Für das nächste Mal bin ich dann wohl gerüstet. Oder war es ein Hinweis, dass ich statt Kaffee lieber Alkohol trinken sollte. Zählt das auch zur Betäubung?

Ich fragte den Zahnarzt, ob ich eine Fehlstellung habe. Bei der Untersuchung stellte er keine Funktionserkrankung fest. Ich bekam Physiotherapie und ein Muskelrelaxans verschrieben. Zudem fertigte er mir meine letzte Krankenkassen-Aufbissschiene an. Bei der Erstellung des Bisses frage ich noch einmal extra nach, ob es auch wirklich die richtige Bissposition ist. „Ja, wenn sie so zubeißen, dann ist das die.“ Die Schiene fühlt sich jedoch nicht richtig an.

Schmerztabletten und Almased

Bevor ich mit dem Interessanten des heuten Blogs beginne, muss ich noch etwas auf Anregung eines Freundes einschieben. Also Almased ist ein Shake, welcher die Fettverbrennung anregen soll, die Fitness und das Wohlbefinden unterstützt. Kurz gesagt, ein Diätmittel. Mein Bekannter kannte es nicht, denn Gott schuf seinen Körper mit Liebe.

Aber Almased ist nicht gleich Diät. Almased ist gleich Schmerzpatient mit nötigen Mageninhalt für die täglichen Tabletten.

Im Folgenden eine typische Unterhaltung beim Besuch von Gästen, welche in meine Küche treten und die Dose Almased sehen:

Besuch: Du bist doch nicht etwa auf Diät?

Ich: Nein, ich bin doch Schmerzpatient und die meisten Tabletten soll man nicht auf nüchternen Magen nehmen.

Ungläubiger Blick vom Besuch.

Ich: Ich frühstücke morgens nicht. Aber Tabletten wollen häufig Mageninhalt sehen. Daher schütte ich morgens Milch und ein Öl meiner Wahl in meinen Geliebten-Alles-Shake-Becher, Almased dazu und dann folgt die Guten-Morgen-Schüttel-Gymnastik. Schwups, habe ich mein Frühstück in der Hand – meinen Almased-Shake. Und irgendwie spielen die Tabletten auch eine Rolle dabei.

Der Besuch nickt scheinbar überzeugt. Ich sollte mal meine Gäste fragen, woher Sie Almased kennen, sie hatten wohl eine Diät hinter sich für fitte Oberarme oder eine Bikini-Figur.

Da ich es nicht übertreibe und jeden Tag nur einen Becher trinke und mich nicht an den Diätplan halte, kann ich ihn auch über einen längeren Zeitraum trinken und es schmeckt mir immer noch. Man darf es nicht als Ersatz für irgendetwas sehen. Es ist ein komplett anderes Lebensmittel auf meinem Speiseplan. Almased macht wirklich etwas satt. Ob es zu einer Veränderung meines Stoffwechsels führt oder gar meine Fettverbrennung ändert: Keine Ahnung, aber viel Fett findet es nicht vor.

Für ein wenig Hintergrundwissen stelle ich euch noch kurz Almased vor. Es besteht aus Soja, probiotischem Joghurt und besonders enzymreichem Honig und versorgt uns mit allen essenziellen Aminosäuren aus pflanzlichem und tierischem Eiweiß. Zu den Inhaltsstoffen von Almased gehören neben essenziellen Aminosäuren auch viele Vitamine und Mineralien. So entstehen über einen längeren Zeitraum keine Mangelerscheinungen. Trotzdem ist Almased auf Dauer kein vollwertiger Ersatz für Mahlzeiten. Folgende Vitamine und Mineralen sind in Almased enthalten: Natrium, Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B6, Vitamin B12, Biotin, Folsäure, Niacin, Pantothensäure, Vitamin C, Vitamin D3, Vitamin E, Calcium, Eisen, Jod, Kalium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Phoshor, Selen und Zink. Nicht enthalten sind Fettsäuren, welche bei der Zubereitung hochwertige Öle (z.B. Soja-, Raps- oder Walnussöl) beizumischen sind. Nun wisst Ihr Bescheid.

Der Sommer meines Lebens mit Sehnenscheidenentzündung und Schmerzen

Es war der Sommer meines Lebens. Ich war endlich in der Stadt meiner Träume und hatte einen Platz an der Universität bekommen. Es war der erste Sommer seit sehr langer Zeit, an dem ich nicht arbeitete, sondern einfach das Leben genoss. Ich war immer unterwegs. Ich guckte mir die Stadt an, machte Sport, unternahm etwas mit Freunden oder lag einfach am Fluss und las ein Buch. Mein Körper und Geist kam endlich zur Ruhe. Die Schmerzen kamen jedoch schleichend. Die ersten Symptome zeigten sich am Handgelenk – ein reizender Schmerz. Ich bastelte mir selbst Handbandagen als Schonung, kühlte und schmierte massenweise klebrige Schmerzcreme auf das Handgelenk. Ich bin mehr das Wärmetierchen und daher fand ich die Zeit des Kühlens nicht gerade toll. Ich nahm Ibuprofen ohne Besserung und irgendwann schickte mich dann der Hausarzt zum Orthopäden. Es war die berühmte Zeit der Praxisgebühr und daher gab es eine Überweisung. Nach einem Monat bekam ich endlich einen Termin und die Schmerzen waren nun auch nicht mehr nur in der rechten Hand, sondern auch in der Linken. Die Diagnose meines ersten Orthopäden – Sehnenscheidenentzündung. Der banale Grund dafür soll das übermäßige Tippen und Benutzen der PC-Maus und -Tastatur gewesen sein. Die einfache Lösung ins schmerzfreie Leben soll weiteres Kühlen und Einsatz weiterer Salbe sein. Zudem bekam ich ein Rezept für eine professionelle Handschiene. Zusätzlich sollte ich eine Ultraschalltherapie beginnen oder noch besser eine Lasertherapie zur Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und Abschwellung.  Die Lasertherapie verspricht zwar einen besseren Erfolg, wird jedoch nicht von der Krankenkasse übernommen und kostet 20€ für 10 min. Der Arzt hat mit der Therapie schon Juristen kurz vor Prüfungen wieder fit bekommen. Bis zu meinen Prüfungen war noch etwas Zeit hin und ich entschied mich für die Krankenkassen-Ultraschalltherapie, da ich bestimmt kein Härtefall war. So saß ich insgesamt 10 Mal in der Praxis, schmierte mir selbst die Handgelenke ein und fuhr 15 min lang mit dem Ultraschallgerät über meinen Körper. Selbst ist der gesetzlich versicherte Krankenkassenpatient! Die Schallwellen verursachen keine Schmerzen, nur das Gel war kalt. Ich bin ja ein Wärmetierchen.

Auf einem kleinen Zettel neben dem Gerät fand ich weitere Hinweise zur Anwendung: Hand-, Bein-, Rücken-, Bauch-, Menstruationsschmerzen und Inkontinenz. Die Anwendung führte zu keiner Verbesserung oder Verschlechterung. Sollte ich jedoch einmal an Inkontinenz leiden, so weiß ich Rat. Der Arzt empfahl mir auch nicht mehr die Lasertherapie. Kurze Zeit später bekam ich jedoch noch eine Schiene für die linke Hand. Bis zu meinen Prüfungen kam es zu keiner Besserung, außer, dass mir in öffentlichen Verkehrsmitteln immer ein Platz angeboten wurde, weil ich mit meinen beiden Schienen schon krank aussah. Bis zu meinen Prüfungen wurden die Schmerzen nicht weniger. Dinge kann ich mir am besten merken, wenn ich sie schreibe. Der Schmerz sabotierte mir also die Lernphase. Ich hatte reißende Schmerzen beim Strecken der Finger und drückende beim Beugen. Einen Stift oder Besteck zuhalten viel mir schwer. Ich nutzte nur möglichst dicke Gegenstände, die für mich angenehmer zum Anfassen waren. Für die Prüfungen hatte ich an meiner Schreibhand einen extra engen Verband angelegt. Ich erinnere mich noch an den Moment, als jemand mitten in der Prüfung von links rief: „Mach den Verband ab! Deine Hand fällt bald ab!“ Und es war wahr, so richtig spürte ich meine Hand nicht mehr, aber es waren noch 30 Minuten zu schreiben und mir fehlte noch eine Aufgabe. Die Sabotage war also erfolglos, die Prüfung geschafft.

Kinesio-Tape bei Schmerzen

Kinesiologisches Taping findet bei verschiedensten körperlichen Beeinträchtigungen Anwendung. Unter anderem bei Verletzungen, Entzündungen, Muskelprellungen, Muskelverspannungen, bei Bewegungseinschränkungen, instabilen Gelenken, Migräne, Regelschmerzen und mittlerweile auch bei Tinnitus.

Wie kam es dazu? Vor etwa 30 Jahren entwickelte der japanische Chiropraktiker Kenzo Kase ein spezielles hochelastisch, atmungsaktiv und hautfreundliches Pflaster. Das Kinesio-Tape („kinesis“ = griechisch für Bewegung) soll schmerzlindernd und stoffwechselanregend wirken. Mittlerweile gibt es viele Anwender von Freizeit- bis hin zu Leistungssportler und auch immer mehr Schmerzpatienten.

Wissenschaftler aus Neuseeland (Auckland University of Technology) fanden zehn aussagekräftige Studien zum Kinesio Tapes.  Jedoch wurde nur in zwei Studien sportbedingte Verletzungen untersucht und lediglich eine Studie befasste sich mit Leistungssportlern. In letzter wurde zwar ermittelt, dass sich das Kinesio Tape auf die Muskelaktivität auswirkt. Allerdings konnten keine positiv oder negativen Auswirkungen belegt werden.

Normale Pflaster sind starr und stabil. Das Kinesio-Tape hingegen ist flexibel und elastisch. Es fühlt sich wie eine zweite Haut an. Beim Aufkleben des Tapes entsteht ein Zug auf die oberen Hautschichten. So sollen die Durchblutung und der Lymphfluss angeregt werden. Gleichzeitig werden dabei die Nervenenden in den oberen Hautschichten gereizt. Das kann das Schmerzempfinden positiv beeinflussen, aber auch Muskelaktivitäten und die Gelenke stützen. Es kann zu einer besseren Wahrnehmung von Beweglichkeit und Belastbarkeit führen.

Durch das Tape kann die Schonhaltung verringert werden und somit Verspannungen vermieden werden. Teilweise ist es sinnvoll zur Vorbeugung zu tapen.  Aber ganz ehrlich: wer denkt schon daran?

Die Farbe kann je nach Hersteller verschiede Eigenschaften und Wirkungen haben: Rot steht für eine anregende Wirkung, blau für eine beruhigende und kühlende.  Da die Wirkung wissenschaftlich nicht belegt ist, ist auch die Wirkung der verschiedenen Bänder unsicher. Daher sollte man sich am besten mit der Farbe tapen mit der man sich wohlfühlt. Problematisch wird es, wenn man die Tapes nicht sehen soll, da die Farben im Nackenbereich doch sichtbar sind. In solchen Fällen ist Kreativität gefragt: Schal, Halstuch und Jacken.

Experten raten von einer Selbstanwendung ab und da muss ich zugeben: an manchen Stellen (Rücken) ist es auch wirklich unmöglich und die Handhabung optimaler von einer anderen Person durchzuführen. Eine genauere Position und die bestimmte Dehnung des Tapes aber auch der Haut und Muskeln können besser behandelt werden. Hilfe kann sich von Physio- und Ergotherapeuten, Masseure, Heilpraktiker und Ärzte mit speziellen Weiterbildungen geholt werden. Wer natürlich einen begabten Freund, oder eine begabte Freundin hat, ist klar im Vorteil. Die Begabung kann ich aber auch in Grenzen halten, so der Partner einfach gut zuhört und willig ist, zu helfen. Je nach Beschwerde ist eine Wiederholung des Tapens ratsam. Bzw. nach einer bestimmten Zeit löst sich das Tape durch Transpiration und Duschen ab. Wenn es sich an den Rändern ablöst, dann finde ich es nicht mehr so angenehm auf der Haut.

Fazit:

Auch wenn keine Wissenschaftliche Wirkung des Kinesio Tapes bekannt ist.

Mein erster Versuch endete mit einer allergischen Reaktion durch den Kleber und ich habe über ein Jahr die Finger von Kinesio-Tapes gelassen. Also bitte auf Qualität beim Kauf achten. Die Ersparnis ist mit dem Juckreiz durch halogenorganische Verbindungen nicht ausgeglichen.  

Sollten die Schmerzen durch einen Placebo-Effekt gelindert werden, ist es auch ein super Ergebnis. Und vor allem macht das Tape durch seine Farben das Leben bunter und bei Sichtbarkeit hat man sofort ein Gesprächsthema. Bei negativen Kommentaren, einfach kontern: „Was für Profisportler gut ist, kann mir auch nicht schaden“ . Sollte sich kein kleiner Effekt zeigen, dann hat man es wenigstens Versucht. Mir hilft es, aber ich nutze es nicht immer. Bzw. da es überall wehtut, habe ich viele Körperstellen zum Bekleben und im Sommer werde ich eher als total sportlich war genommen, anstatt als Schmerzpatient. Natürlich bin ich total sportlich! Naja, als CMD-Patient hilft es mir im Gesicht, aber da wende ich es nur am Wochenende an.

Und mein günstiges Juck-Tape, das habe ich zur Dekoration benutzt. Also einfach ausprobieren!

Essbare Knete und Schmerzen

Knete wird gerne in der Ergotherapie, Physiotherapie und Psychotherapie genutzt und wird extrem unterschätzt. Die Knetmasse fördert die Beweglichkeit und stärkt sogleich die Finger-, Hand-, Sehnen- und Unterarmmuskulatur. Desweitern wird bei stärkerem Kneten die Durchblutung gefördert. Durch Kraftdosierung, Koordination und Zielgenauigkeit wird die Feinmotorik gefördert, sowie die Tiefensensibilität und Wahrnehmung. Auch beim Abbau von inneren Spannungszuständen und Aggressionen hilft kneten. Auswirkungen können auch in der Konzentration und des Reaktionsvermögens erkennbar sein. Natürlich lenkt kneten auch vom Schmerz ab.

Nach dem langesamen warmkneten kennt Kreativität keine Grenzen: Kneten, Drücken, Rollen, Kneifen, Pieken, Schieben, Ziehen, Formen oder Greifen. Alle Varianten können grob oder mit viel Feingefühl durchgeführt werden, oder einfach die Hände auf die Knetmasselegen und ausruhen. Doch immer diese sterile künstliche Knete wollte ich nicht mehr, daher haben ich einige Rezepte getestet. Sicherlich wisst Ihr, was ich meine und wenn nicht, lasst euch sagen, Ihr werdet es sehen.

 

1.Teig braun 

Material:

  • 70 g Mehl
  • 30 g Puderzucker
  • 5 g Pulverfarbe, z.B. Kurkuma, Rote Beete-Pulver, Spinat-Pulver, Kakao oder Lebensmittelfarben
  • 1 Päckchen Vanillezucker (7 g)
  • 1 Prise Salz
  • Einige Tropfen Zitronen-Aroma
  • 20 ml Wasser
  • 1 TL Pflanzen-Öl (3 g)

Anleitung: In der Schüssel werden alle Zutaten miteinander verknetet. Zur Einfärbung der Knete kann man Lebensmittelfarben oder die oben aufgeführten Zutaten (Kurkuma, Rote Beete, Spinat, Kakao) verwenden.

Fazit: Ich fügte Kakao hinzu. Die Knete schmeckt süß und ist wirklich genießbar. Sie ist mir etwas klebrig geworden und lässt sich damit etwas schwieriger kneten. Auch eine Sonne lässt sich nicht formen. Das Schöne an der Knete ist, dass sie nicht nur sofort vernascht werden kann, sondern auch als Mürbeteig zum Backen geeignet ist. Die Knete ist somit nicht besonders lange haltbar.

 

2. Teig natur-gelb

Der etwas andere Sand, auch als Zaubersand, Moonsand, kinetischer oder magischer Sand bekannt.

Material:

  • 8 Teile Mehl
  • 1 Teil Öl
  • Schüssel

Anleitung: Alles in einer Schüssel vermischen.

Fazit: Bei den wenigen Zutaten kann man nicht viel erwarten. Und dies wird auch bestätigt, sie fällt sehr schnell auseinander. Dank des Öles habe ich jedoch schöne Hände und spare mir heute die Handcreme. Geschmack: sehr stark nach der jeweiligen Ölsorte und fängt leider auch relativ schnell an zu riechen. Original Zaubersand kenne ich bisher nicht, bin aber etwas abgeschreckt.

Bild: Oben mit Olivenöl, unten mit Sonnenblumenöl

 

3. Teig grün 

Material:

  • 400g Mehl
  • 130g Salz
  • 2 EL Zitronensäure
  • 400ml kochendes Wasser
  • 4-6 EL Öl

Anleitung: Mehl, Salz und Zitronensäure gut vermischen. Wasser und Öl mischen. Je mehr Öl man zum Wasser gibt, desto geschmeidiger wird die Knete. Beide Gemische nun langsam miteinander vermengen und verkneten. Nach dem Abkühlen ist die Knete fertig. Luftdicht verpackt hält sie angeblich fast ein halbes Jahr. Dies habe ich nicht getestet, freue mich aber über Kommentare. Hält die Knete wirklich so lange? Habt Ihr auch schon einmal die Knete vergessen und überrascht einen Snack gefunden nach so langer Zeit?

Fazit: Einfach herzustellen. Lässt sich sehr schön kneten, allerdings lasst sich sehr schlecht eine Sonne machen. Ich habe nur grobes Salz im Haus: sehr schönes Gefühl an den Händen. Es ist die etwas anderer Therapieknete und um mal Abwechslung zu haben super. Essen ist keine besonders gute Idee, sie ist schon sehr salzig. Der Teig bleibt länger als die anderen formbar.

 

4. Teig rot

Material:

  • 125 ml kochendes / heißes Wasser
  • 2 EL Öl
  • 100 g Salz
  • 200g Mehl
  • 1 Päckchen Götterspeise Pulver (Ich habe Tortenguss genommen)
  • 1 Päckchen Sahnesteif Pulver

Anleitung: Salz, Mehl, Götterspeise, Sahnesteif in der Schüssel vermischen. Dann erste das Öl hinzufügen und dann das kochende Wasser vorsichtig da zugießen. Jetzt alles zusammenkneten. 

Fazit:Lässt sich gut formen und auch kugeln, allerdings ist auch hier keine Sonne möglich. Der Teig ist eine Art Salzteig und nicht sehr genießbar. Durch die grobe Körnung meines Salzes wieder sehr schön für die Hände. Ich glaub ich trink noch ein Glas Wasser auf das Salz. Aber nicht meckern, immerhin weiß ich seit dem Märchen „Die Salzprinzessin“ was passieren kann.

 

5. Teig weiß

Zum Schluss noch die etwas andere Knete, die Knetseife. Bitte nicht essen *zwinker*.

Material:

  • 1 Esslöffel Duschgel nach Wahl
  • 1 Esslöffel Speisestärke
  • etwas Sonnenblumenöl (Spritzer)
  • Einweghandschuhe zum Verkneten

Anleitung: Die Masse solange mit den Handschuhen kneten, bis sie die richtige Konsistenz erreicht hat. Wenn die Masse immer noch klebrig ist, dann kann mehr Speisestärke und Öl unterknetet werden bis der Teig die Konsistenz der von normaler Knete gleicht. Ist nicht schwer.

Fazit: Sehr lustige Aktion. Hat super viel Spaß gemacht und was auch mal etwas Anderes. Ich habe Herzen gebastelt. Ich wollte sie ins Bad legen. Leider ist von drei Herzen eins schon nach einem Tag zerbrochen.

Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen treten Schmerzen häufiger auf als vermutet. Der Unterschied zu uns Erwachsenen ist, dass sie die Signale häufig nicht bewusst wahrnehmen, da sie Ihre Aufmerksamkeit durch unbewusste Ablenkung vielfach streuen und das Einlegen von Ruhepausen nutzten. Die häufigste Schmerzart bei Kindern und Jugendlichen sind Kopfschmerzen, Bauch- und Rückenschmerzen sowie Schmerzen durch alltägliche Stöße und Stürze. Im Schnitt treten Schmerzsignale bei jedem fünften Heranwachsenden mindestens einmal pro Woche auf. Treten bei Kindern und Jugendlichen Schmerzen auf, ist es ratsam ihnen bei der Bewältigung dieser zu helfen. Kinder und Jugendlich sollten ermutigt werden sich Abzulenken, etwas zu unternehmen, etwas was ihnen Spaß macht oder es zum Ausruhen bringen. Besonders an einem für das Kind stressigen Tag ist dies nötig. Bitte bedenken Sie dabei aber auch, dass vermehrte Schonung auch zur Verstärkung von Schmerzen führen kann. Die Dosis ist das entscheidende Kriterium und von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Häufiges Fragen nach der Schmerzempfindung des Kindes ist auch nicht förderlich, da diese häufigen Fragen das Kind oder den Jugendlichen an die Schmerzen erinnern lässt, oder gar ein Hypersensibilisieren zu Folge hat. Bei häufigen Schmerzsignalen sollte auf jeden Fall ein Kinderarzt aufgesucht werden. Dieser kann abklären, ob es sich um eine organische Ursache wie einer Entzündung handelt. Verkrampfungen im Darm oder Verspannungen im Nacken und Rücken können auch Schmerzen verursachen und hier helfen Schmerzmittel nur bedingt. Bei der Einnahme von Schmerzmitteln ist bei Kinder und Jugendlichen zu besonderer Vorsicht geraten.

In Deutschland leiden etwa  drei Prozent aller Kinder und Jugendlichen an chronischen Schmerzen und sind diesen Empfindungen über mindestens drei Monate mehrmals die Woche ausgeliefert. Die medizinische Untersuchung vieler Kinder und Jugendlicher bleibt wie bei Erwachsenen oft ohne eine schlüssige Diagnose. Die vielen verschiedenen Meinungen und gut gemeinten Ratschläge von Freunden, Verwandten oder auch Lehrern können belastend sein für die Betroffen wie auch deren Eltern. Heranwachsende mit chronischen Schmerzen sind gefährdet eine psychische Störung zu entwickeln. Auch Kinder und Jugendliche können in den Teufelskreis rutschen. Ängste, Schulprobleme, familiäre Konflikte und Depressionen können eine Folge der Chronifizierung sein oder auch deren Auslöser. Auch bei Kindern und Jugendlichen muss eine multimodale Therapie ins Auge gefasst werden um aus dem Teufelskreis auszubrechen und in Richtung einer besseren Zukunft zu lenken.

 

Warum ich überhaupt einen Blogeintrag über Schmerzen von Kindern und Jugendlichen schreibe? 

Wir erwachsenen Schmerzpatienten können viel von ihnen lernen. Instinktives handeln – indem wir uns ablenken und Ruhepausen einlegen. Aber tun wir das nicht immer noch? Vielen von uns ist das abhanden gekommen. Überlegen Sie selber, wann haben Sie das verlernt?  Jedes Jahr zu Ostern holt meine Mutter die Dekorationen aus dem Keller. Eine Bekannte fragte mich : „Wer hat denn die Eier am Strauch bemalt.“ Ich musste zweimal gucken und überlegen: „Ich, allerdings noch im Kindergarten. Warum habe ich eigentlich aufgehört Ostereier zu bemalen, wo ich es im Kindergarten doch so toll fand.“ Also gibt es jetzt jedes Jahr zu Ostern wieder bunte Eier. Es lenkt mich von meinen Schmerzen ab. Ich wünsche allen einen schönen Ostersonntag!