Kinesio-Tape bei Schmerzen

Kinesiologisches Taping findet bei verschiedensten körperlichen Beeinträchtigungen Anwendung. Unter anderem bei Verletzungen, Entzündungen, Muskelprellungen, Muskelverspannungen, bei Bewegungseinschränkungen, instabilen Gelenken, Migräne, Regelschmerzen und mittlerweile auch bei Tinnitus.

Wie kam es dazu? Vor etwa 30 Jahren entwickelte der japanische Chiropraktiker Kenzo Kase ein spezielles hochelastisch, atmungsaktiv und hautfreundliches Pflaster. Das Kinesio-Tape („kinesis“ = griechisch für Bewegung) soll schmerzlindernd und stoffwechselanregend wirken. Mittlerweile gibt es viele Anwender von Freizeit- bis hin zu Leistungssportler und auch immer mehr Schmerzpatienten.

Wissenschaftler aus Neuseeland (Auckland University of Technology) fanden zehn aussagekräftige Studien zum Kinesio Tapes.  Jedoch wurde nur in zwei Studien sportbedingte Verletzungen untersucht und lediglich eine Studie befasste sich mit Leistungssportlern. In letzter wurde zwar ermittelt, dass sich das Kinesio Tape auf die Muskelaktivität auswirkt. Allerdings konnten keine positiv oder negativen Auswirkungen belegt werden.

Normale Pflaster sind starr und stabil. Das Kinesio-Tape hingegen ist flexibel und elastisch. Es fühlt sich wie eine zweite Haut an. Beim Aufkleben des Tapes entsteht ein Zug auf die oberen Hautschichten. So sollen die Durchblutung und der Lymphfluss angeregt werden. Gleichzeitig werden dabei die Nervenenden in den oberen Hautschichten gereizt. Das kann das Schmerzempfinden positiv beeinflussen, aber auch Muskelaktivitäten und die Gelenke stützen. Es kann zu einer besseren Wahrnehmung von Beweglichkeit und Belastbarkeit führen.

Durch das Tape kann die Schonhaltung verringert werden und somit Verspannungen vermieden werden. Teilweise ist es sinnvoll zur Vorbeugung zu tapen.  Aber ganz ehrlich: wer denkt schon daran?

Die Farbe kann je nach Hersteller verschiede Eigenschaften und Wirkungen haben: Rot steht für eine anregende Wirkung, blau für eine beruhigende und kühlende.  Da die Wirkung wissenschaftlich nicht belegt ist, ist auch die Wirkung der verschiedenen Bänder unsicher. Daher sollte man sich am besten mit der Farbe tapen mit der man sich wohlfühlt. Problematisch wird es, wenn man die Tapes nicht sehen soll, da die Farben im Nackenbereich doch sichtbar sind. In solchen Fällen ist Kreativität gefragt: Schal, Halstuch und Jacken.

Experten raten von einer Selbstanwendung ab und da muss ich zugeben: an manchen Stellen (Rücken) ist es auch wirklich unmöglich und die Handhabung optimaler von einer anderen Person durchzuführen. Eine genauere Position und die bestimmte Dehnung des Tapes aber auch der Haut und Muskeln können besser behandelt werden. Hilfe kann sich von Physio- und Ergotherapeuten, Masseure, Heilpraktiker und Ärzte mit speziellen Weiterbildungen geholt werden. Wer natürlich einen begabten Freund, oder eine begabte Freundin hat, ist klar im Vorteil. Die Begabung kann ich aber auch in Grenzen halten, so der Partner einfach gut zuhört und willig ist, zu helfen. Je nach Beschwerde ist eine Wiederholung des Tapens ratsam. Bzw. nach einer bestimmten Zeit löst sich das Tape durch Transpiration und Duschen ab. Wenn es sich an den Rändern ablöst, dann finde ich es nicht mehr so angenehm auf der Haut.

Fazit:

Auch wenn keine Wissenschaftliche Wirkung des Kinesio Tapes bekannt ist.

Mein erster Versuch endete mit einer allergischen Reaktion durch den Kleber und ich habe über ein Jahr die Finger von Kinesio-Tapes gelassen. Also bitte auf Qualität beim Kauf achten. Die Ersparnis ist mit dem Juckreiz durch halogenorganische Verbindungen nicht ausgeglichen.  

Sollten die Schmerzen durch einen Placebo-Effekt gelindert werden, ist es auch ein super Ergebnis. Und vor allem macht das Tape durch seine Farben das Leben bunter und bei Sichtbarkeit hat man sofort ein Gesprächsthema. Bei negativen Kommentaren, einfach kontern: „Was für Profisportler gut ist, kann mir auch nicht schaden“ . Sollte sich kein kleiner Effekt zeigen, dann hat man es wenigstens Versucht. Mir hilft es, aber ich nutze es nicht immer. Bzw. da es überall wehtut, habe ich viele Körperstellen zum Bekleben und im Sommer werde ich eher als total sportlich war genommen, anstatt als Schmerzpatient. Natürlich bin ich total sportlich! Naja, als CMD-Patient hilft es mir im Gesicht, aber da wende ich es nur am Wochenende an.

Und mein günstiges Juck-Tape, das habe ich zur Dekoration benutzt. Also einfach ausprobieren!

Schmerzpatientin.de
 

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