Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen treten Schmerzen häufiger auf als vermutet. Der Unterschied zu uns Erwachsenen ist, dass sie die Signale häufig nicht bewusst wahrnehmen, da sie Ihre Aufmerksamkeit durch unbewusste Ablenkung vielfach streuen und das Einlegen von Ruhepausen nutzten. Die häufigste Schmerzart bei Kindern und Jugendlichen sind Kopfschmerzen, Bauch- und Rückenschmerzen sowie Schmerzen durch alltägliche Stöße und Stürze. Im Schnitt treten Schmerzsignale bei jedem fünften Heranwachsenden mindestens einmal pro Woche auf. Treten bei Kindern und Jugendlichen Schmerzen auf, ist es ratsam ihnen bei der Bewältigung dieser zu helfen. Kinder und Jugendlich sollten ermutigt werden sich Abzulenken, etwas zu unternehmen, etwas was ihnen Spaß macht oder es zum Ausruhen bringen. Besonders an einem für das Kind stressigen Tag ist dies nötig. Bitte bedenken Sie dabei aber auch, dass vermehrte Schonung auch zur Verstärkung von Schmerzen führen kann. Die Dosis ist das entscheidende Kriterium und von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Häufiges Fragen nach der Schmerzempfindung des Kindes ist auch nicht förderlich, da diese häufigen Fragen das Kind oder den Jugendlichen an die Schmerzen erinnern lässt, oder gar ein Hypersensibilisieren zu Folge hat. Bei häufigen Schmerzsignalen sollte auf jeden Fall ein Kinderarzt aufgesucht werden. Dieser kann abklären, ob es sich um eine organische Ursache wie einer Entzündung handelt. Verkrampfungen im Darm oder Verspannungen im Nacken und Rücken können auch Schmerzen verursachen und hier helfen Schmerzmittel nur bedingt. Bei der Einnahme von Schmerzmitteln ist bei Kinder und Jugendlichen zu besonderer Vorsicht geraten.

In Deutschland leiden etwa  drei Prozent aller Kinder und Jugendlichen an chronischen Schmerzen und sind diesen Empfindungen über mindestens drei Monate mehrmals die Woche ausgeliefert. Die medizinische Untersuchung vieler Kinder und Jugendlicher bleibt wie bei Erwachsenen oft ohne eine schlüssige Diagnose. Die vielen verschiedenen Meinungen und gut gemeinten Ratschläge von Freunden, Verwandten oder auch Lehrern können belastend sein für die Betroffen wie auch deren Eltern. Heranwachsende mit chronischen Schmerzen sind gefährdet eine psychische Störung zu entwickeln. Auch Kinder und Jugendliche können in den Teufelskreis rutschen. Ängste, Schulprobleme, familiäre Konflikte und Depressionen können eine Folge der Chronifizierung sein oder auch deren Auslöser. Auch bei Kindern und Jugendlichen muss eine multimodale Therapie ins Auge gefasst werden um aus dem Teufelskreis auszubrechen und in Richtung einer besseren Zukunft zu lenken.

 

Warum ich überhaupt einen Blogeintrag über Schmerzen von Kindern und Jugendlichen schreibe? 

Wir erwachsenen Schmerzpatienten können viel von ihnen lernen. Instinktives handeln – indem wir uns ablenken und Ruhepausen einlegen. Aber tun wir das nicht immer noch? Vielen von uns ist das abhanden gekommen. Überlegen Sie selber, wann haben Sie das verlernt?  Jedes Jahr zu Ostern holt meine Mutter die Dekorationen aus dem Keller. Eine Bekannte fragte mich : „Wer hat denn die Eier am Strauch bemalt.“ Ich musste zweimal gucken und überlegen: „Ich, allerdings noch im Kindergarten. Warum habe ich eigentlich aufgehört Ostereier zu bemalen, wo ich es im Kindergarten doch so toll fand.“ Also gibt es jetzt jedes Jahr zu Ostern wieder bunte Eier. Es lenkt mich von meinen Schmerzen ab. Ich wünsche allen einen schönen Ostersonntag!

Schmerzpatientin.de
 

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