Warum ich diesen Blog schreibe.

Patienten mit Schmerzen! Wir sind 12 Millionen! Ich bin eine!

In Europa lebt in jedem dritten Haushalt ein Mensch, der unter Schmerzen leidet. In Deutschland sind etwa 17% von langanhaltendem Schmerz betroffen. Das sind 12 Millionen Menschen. Eine Leidensgeschichte dauert im Durchschnitt 7 Jahre, bei mehr als 20% der Betroffenen sogar über 20 Jahre. Mehr als 2 Jahre dauert es bei der Hälfte aller Menschen mit chronischen Schmerzen bis sie eine wirksame Behandlung gefunden haben. Nicht nur der Dauerschmerz ist ein Problem, sondern auch die zunehmenden körperlichen Einschränkungen im Alltag. Viele erleben auch noch die Probleme mit der depressiven Stimmung, die angstvollen Gedanken, die Schlafstörungen und die verminderte Konzentration. Und trotz der großen Anzahl von Leidensgesinnten: Nur 10% werden einem Schmerzspezialisten vorgestellt. Trotz der Häufigkeit von chronischen Schmerzen, der volkswirtschaftlichen Auswirkungen und der Konsequenzen für die Betroffenen sind Schmerzen noch gar nicht so lange als eigenständige Krankheit akzeptiert. Erst 1960 wurde die Erste auf Schmerzen spezialisierte Klinik der Welt durch den amerikanischen Arzt John Bonica gegründet.

Warum ich diesen Blog schreibe? 

Trotz Anerkennung als eigenständige Krankheit und Spezialisierung der Ärzte ist in den meisten Fällen die Schmerztherapie langwierig.

Alleine die Suche nach der Schmerzursache ist anstrengend und leider auch ermüdend. Wichtig ist an allen drei Bereichen gleichzeitig zuarbeiten: Körper, Psyche und soziale Umgebung. Es gibt in Deutschland 12 Million Schmerzpatienten, ich bin eine!

Ich habe den typischen Weg durchgemacht. Zwischendurch trifft man auch andere Menschen mit anderen Krankheiten, z.B. Krebs. Einige Menschen schreiben Blogs über ihren Weg mit der Krankheit, aber die Anzahl der Schmerzpatienten-Blogs ist gering. Als bei mir die ersten Schmerzen auftraten habe ich gedacht, dass ich ein Einzelfall bin. Ich habe lange geglaubt, dass ich die Einzige bin, die sich nachts unter Schmerzen in die Notaufnahme schleppt und dann noch nicht mal an der Pforte vorbeikommt. – Bis ich viele Menschen mit Schmerzen kennen gelernt habe! Gemeinsam ist der Weg nicht so beschwerlich und man stellt fest, dass es schön ist, wenn jemand einen versteht und Tricks und Tipps weitergibt. Ich habe bisher noch niemanden mit exakt den gleichen Schmerzen getroffen, aber wir gehen alle in die gleiche Richtung. In die Richtung der Schmerzlinderung.

Warum ich aktiv gegen die Schmerzen arbeiten muss!

Auch wenn die Behandlung von Schmerzen oft schwierig und langwierig ist, es erfordert Spezialisten und eine gute Zusammenarbeit der verschiedenen Fachleute. Aber entscheidend für den Erfolg bin ich selbst.

Diese Tatsache wird leider oft vergessen, ignoriert oder in den Hintergrund gestellt. Ich muss jedoch die Verantwortung für meine Zukunft in meine Hände nehmen. Und ganz wichtig: Ich darf mich nicht zurückziehen! Das ist falsch und hat teilweise Ängste und depressive Symptome zur Folge, welche die Schmerzen wiederum verstärken und schon landet man im Kreislauf.

Sucht euch Hilfe: Sucht euch Gleichgesinnte und Ärzte denen ihr vertraut und geht gemeinsam in eine bessere Zukunft. Achtet darauf, dass der Weg ein interdisziplinärer, multimodaler Weg ist. Werdet sozial, geistig und körperlich aktiv.

Schmerzpatientin.de
 

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